Ludwigsstadt
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Die Geschichte von Lauenstein

Das Gebiet der ehemaligen Herrschaft Lauenstein war seit seiner Besiedlung Grenzland. Im Süden der Herrschaft, im Kammbereich des Schiefergebirges, berührten sich der fränkische Radenzgau und der thüringische Orlagau, also das Bistum Bamberg und das zum Erzbistum Mainz gehörende Archidiakonat Erfurt. Die Herrschaft Lauenstein gehörte seit ihrer Besiedlung zum Orlagau und somit zum Bistum Mainz.

Das Land um Saalfeld mit der fruchtbaren Orlasenke war zu Beginn des 11. Jahrhunderts hauptsächlich von Slawen besiedelt. Die eindringenden deutschen Siedler vermischten sich mit der slawischen Bevölkerung. Nach der Gründung des Benediktinerklosters Saalfeld waren die beiden Volksstämme an der Rodung und Besiedlung des Schiefergebirges beteiligt. Zahlreiche Orts- Flur- und Flußnamen deuten heute noch auf slawischen Einfluß hin.

Das Dorf Lauenstein ist die älteste Ortsgründung im Bereich der heutigen Großgemeinde Ludwigsstadt. Über dem wohl schon bald nach der Klostergründung in Saalfeld 1071 entstehenden Ort, der im Bereich des heutigen "unteren Dorfes" zu suchen ist, wurde wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Lauenstein von den Herren von Könitz errichtet. Das Rodungsgebiet der Herrschaft Lauenstein lag im Einflußbereich des Benediktinerklosters Saalfeld. Burg und Herrschaft Lauenstein sind ursprünglich als ein Lehen dieses Klosters anzusehen.

Kirchlich gehörte Lauenstein ebenso in den Einflußbereich des Benediktinerklosters Saalfeld, daß eine Gründung des Erzbistums Köln im Gebiet der Diözese Mainz war. 1125 wurde es unter den Schutz des Mainzer Erzbischofs gestellt. Bis zur Einführung der Reformation 1525 gehörten die Kirchen der Herrschaft Lauenstein zum Bistum Mainz. Lauenstein war über Jahrhunderte Sitz der Herrschaft und des gleichnamigen Amtes.

Die Grenze des Amtes Lauenstein wurde in einer topographischen Beschreibung aus dem Jahre 1790 folgendermaßen beschrieben: "Es gränze dieselbe gegen Morgen (Osten) - an das Saalfeldische Amt und die Probstey Zella, besonders Geschwende (Großgeschwenda), Lichtentanna, Schmidebach und Lehesten - gegen Mittag (Süden) -. an das Bambergische Oberamt und Stätgen Teuschnitz - gegen Abend (Westen) an das Sachsen-Meinungische (Sachsen Meiningen), insbesonderheit an Heinersdorf, Judenbach und den Sattel, einem Meinungischen, mit einer kleinen Garnison besetzten Paß im Thüringer Walde - endlich gegen Mitternacht (Norden) an das Saalfeldische Städtgen und Amt Gräfenthal und die Probstey Zella".

"Zum Amt Lauenstein gehörten 1787 das Pfarrdorf Lauenstein, der Marktflecken Ludwigsstadt, das Dorf Lauenhayn, das Dorf Ottendorf, das Dorf Steinbach an der Haide, das Dorf Ebersdorf, das Pfarrdorf Langenau, das Dorf Tettau, der Weiler Kleintettau, die Alexanders Glasfabrik unter Tettau, der Weiler Springelhof, der Weiler Thünahof, die Fischbachsmühle, das Eisenhammerwerk am Falkenstein, das Blaufarbenwerk und die Eisenfabrik Schauberg, der Weiler Sattelgrund und der Schieferbruch nahe Ludwigsstadt, welcher eine reichliche Ausbeute gibt".

Die Ortschaften des Amtes zählten zusammen 456 Häuser und 2619 Einwohner.

Das Dorf Lauenstein selbst hatte 1787 in 51 Häusern 289 Einwohner, die sich aufgliederten in: "66 Männer, 71 Weiber, 141 Kinder und 11 Gesellen, Knechte und Mägde". Der Ortsteil Springelhof beherbergte in 7 Häusern 44 Einwohner ("11 Männer, 7 Weiber, 23 Kinder und 3 Dienstboten")

Das Dorf Lauenstein teilte im großen und Ganzen die Geschichte Ludwigsstadts. Der Ort war landwirtschaftlich geprägt, zog jedoch seine Haupterwerbsquelle jahrhundertelang aus Lohnarbeit für die Montanindustrie des Loquitztales. Mit dem Niedergang der metallverarbeitenden Industrie ab 1830 verarmte die Bevölkerung zusehend. Die aufblühende Schieferindustrie und hier besonders das Schiefertafelmachergewerbe bot neuen, wenn auch äußerst kärglichen Verdienst. Lauenstein entwickelte sich zum bedeutendsten Tafelmacherort in Schiefergebirge und Frankenwald. Erst nach dem Bau der Eisenbahnstrecke (1883 – 1885) begann ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung, der sich mit dem beginnenden Fremdenverkehr auf Burg Lauenstein und im Falkenstein gegen Ende des 19. Jahrhunderts stabilisierte.

Lauenstein entwickelte sich ab 1898 zum Fremdenverkehrsort. Der 2. Weltkrieg und die daraus resultierende Teilung Deutschland setzte einer positiven Entwicklung eine jähes Ende.

Nach Kriegsende brach für den Ort eine sehr schwere Zeit an. Abgeschnitten von allen privaten und wirtschaftlichen Beziehungen, die sich ausschließlich nach Thüringen orientierten, sah man keiner rosigen Zukunft entgegen. Die Grenzziehung machte sich auch auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs negativ bemerkbar. Nur sehr schwer brachte man diesen wieder "in Schwung". Die Errichtung des Aussichtsturmes "Thüringer Warte" war ein Markstein in den Bemühungen der Gemeinde neben der Burg Lauenstein weitere Attraktionen zu schaffen.

Im Jahre 1978 wurde Lauenstein in die Stadt Ludwigsstadt eingemeindet.

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