Kirchlicher Segen für neue Drehleiter

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Kirchlicher Segen für neue Drehleiter

Die Freiwillige Feuerwehr Ludwigsstadt feierte die Weihe ihrer neuen Drehleiter. Pfarrerin Rebekka Pöhlmann und Pastoralreferent Josef Grünbeck spendeten den kirchlichen Segen.   

Ludwigsstadt- Erstmals seit Bestehen der Ludwigsstädter Wehr, die 2023 bereits 150 Jahre alt wird, konnte eine „neue“ Drehleiter angeschafft werden. Bei den bisherigen Drehleitern handelte es sich durchwegs um gebrauchte Fahrzeuge. Ermöglicht wurde die Neuanschaffung insbesondere durch einen Landeszuschuss. Im Gegensatz zu den früheren Anschaffungen gewährt der Landkreis auch einen Zuschuss über die Hälfte der Kosten, die die Stadt Ludwigsstadt trägt; jedoch nicht über den Zuschussbetrag hinaus. Der Basisfestbetrag erhöht sich ebenfalls um 10 Prozent, wenn zwei Kommunen bzw. Städte baugleich zwei Fahrzeuge beschaffen - so wie in diesem Fall; orderte doch Ludwigsstadt zusammen mit dem Markt Bad Steben zwei baugleiche Drehleitern der Fa. Magirus.

„Eine Drehleiter ist im Feuerwehrwesen das variabelste Fahrzeug. Mit ihr löscht man Dachstuhlbrände oder rettet Personen aus dem Fenster, vom Dach oder aus Schächten. Mit ihr hebt man Gewichte bis zu 4 Tonnen - beispielsweise einen verunfallten PKW aus einer Notsituation. Sogar als Brücke kann man sie nutzen“, erklärte der 1. Kommandant der Feuerwehr Ludwigsstadt, Jörg Söllner, beim Feuerwehrtag vor dem Schützenhaus. Neu bei dieser Drehleiter gegenüber seinen gebraucht angeschafften Vorgängermodellen ist unter anderem die Knick-, Schacht- sowie Rückhol- und Kranfunktion als auch Skybeam.

Die erste als Neufahrzeug beschaffte Drehleiter - eine DLA(K) 23/12 von Magirus - wurde am 27. September dieses Jahres in Ulm übernommen. Sie ersetzt eine DLK 23-12 aus dem Jahr 1993, die 2013 in Ludwigsstadt in Dienst gestellt worden war. Die Drehleiter wird nicht nur im Ortsgebiet, sondern auch im Landkreis und in umliegenden Gemeinden aus Probstzella und Lehesten mit alarmiert. 

„Mit unserem HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) als Erstrückefahrzeug, dem LF (Löschgruppenfahrzeug) zur Wasserförderung und der neuen Technik der Drehleiter ist uns ein gutes Fahrzeugkonzept in Ludwigsstadt gelungen, unterstützt vom Mehrzweckfahrzeug als Ersterkundung und dem (MTW) Mannschaftstransportwagen inklusive der Drohne“, verdeutlichte der Kommandant, der auch den MTW erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Dieser war insbesondere beschafft worden, um notwendige Arbeitsmittel zu transportieren. Besonders wichtig ist aber auch der Transport der Kameraden, die zum Einsatz fahren, vor allem überörtlich. „Dies wurde notwendig, da unsere Truppe und vor allem auch die Jugendwehr sich stetig vergrößert bzw. anwächst“, freute er sich.    

Der von der Fa. Rotte Brandschutztechnik gebraucht erworbene MTW auf VW Crafter war am 7. Mai 2020 in Ludwigsstadt eingetroffen. Der MTW „Florian Ludwigsstadt 14/1“, Baujahr 2014, wird von einem 2.0 TDI mit einer Motorleistung von 136 PS angetrieben. Durch den langen Radstand ist hinter den neun Sitzplätzen noch genügend Stauraum für feste und wechselnde Beladung. Aufgrund der damals geltenden Ausgangsbeschränkungen verzichtete man bei der Beschaffung auf eine persönliche Abholung und ließ das Fahrzeug per Spedition anliefern - im Gegensatz zur Drehleiter, die die Wehr direkt in Ulm abholte und in Ludwigsstadt mit großem Bahnhof, inklusive Feuerwerk, willkommen geheißen wurde. Söllners Dank galt allen Geldgebern und an der Maßnahme Beteiligten, vor allem dem Markt Bad Steben mit Bürgermeister Bert Horn sowie allen Kameraden der dortigen Wehr mit KBM Michael Horn an der Spitze für die sehr gute Zusammenarbeit. 

Eine Abordnung aus Bad Steben hatte sich dann auch zur Feier des Tages ebenso als Gäste eingefunden wie zahlreiche Floriansjünger aus dem Gemeindegebiet Ludwigsstadt sowie der Nachbarfeuerwehren, auch länderübergreifend aus Probstzella. Diese waren eingangs vom Ehrenvorsitzenden der Ludwigsstädter Wehr, Gerhard Bergmann, willkommen geheißen worden - wie insbesondere auch Vertreter der Kreisbrandinspektion, Politik und Kirche.

Bürgermeister Timo Ehrhardt freute sich sehr, die offizielle Schlüsselübergabe für die Drehleiter vornehmen zu dürfen. Er würdigte den kameradschaftlichen, zielführenden und ohne Hektik vonstattengegangenen Beschaffungsprozess der beiden kompetenten Wehren. Hintergrund für die Neubeschaffung war vor allem ein Brandereignis. Er dankte dem Landkreis für die finanzielle Beteiligung am Eigenanteil in Höhe von 258.000 Euro, den man sich nun teile. „630.000 Euro sind viel Geld. Aber wenn man damit nur ein Menschenleben retten kann, hat sich die Anschaffung schon gelohnt“, verinnerlichte der Bürgermeister.

„Wir tun das für die hier lebenden Menschen“, bekundete stellvertretender Landrat Gerhard Wunder, dass der Landkreis gerne mitfinanziere. Sein Dank galt allen Kameraden für ihren uneigennützigen Einsatz rund um die Uhr. Dem konnte sich KBR Joachim Ranzenberger nur anschließen. Sehr stolz zeigte er sich, dass die Wehren im Landkreis - trotz bislang 18 Monate Pandemie - ihren Dienst weiter ausübten. „Es wurde kein einziger Einsatz nicht gefahren. Die Menschen konnten sich immer auf ihre Wehren verlassen“, verdeutlichte er. 

Mit sorgsam ausgewählten Worten aus der Bibel erbaten Pfarrerin Rebekka Pöhlmann und Pastoralreferent Josef Grünbeck den kirchlichen Segen für die neuen Fahrzeuge. Vertreter der anwesenden Wehren gratulierten zu den Neuanschaffungen und übergaben Präsente, bevor der Feuerwehrtag im gemütlichen Beisammensein mit einem Essen ausklang. 

 

©Heike Schülein Gruppenbild: Die FFW Ludwigsstadt freut sich mit ihren Ehrengästen über die Einweihung ihrer neuen Drehleiter.
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