Ein Leben für die Pflege (Heike Schülein)

Ein Leben für die Pflege (Heike Schülein)
Das BRK-Seniorenheim feierte sein 30-jähriges Bestehen. Dabei wurde auch dessen Leiter der ersten Stunde, Peter Schulz, offiziell verabschiedet.
Ludwigsstadt. Das BRK-Seniorenheim Ludwigsstadt ermöglicht seit 30 Jahren älteren Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben in einer sicheren und warmherzigen Umgebung. Das Jubiläum wurde nun kürzlich mit einem großen Sommerfest gefeiert. In diesem Rahmen wurde auch Peter Schulz offiziell verabschiedet, tritt doch der „Heimleiter der ersten Stunde“ ab dem 1. Dezember in den Ruhestand.
„In den vergangenen 30 Jahren haben wir viel erlebt“, konstatierte Schulz, der im Festzelt zahlreiche Gäste begrüßte. Die Zeit des Wandels mit mehreren Pflegereformen, verschiedenen Abrechnungsmodi, technischen Neuerungen und der größten Zensur – der Corona-Pandemie – habe man nur deshalb so gut gemeistert, weil man von Beginn an eine Superteam gewesen sei. Dies liege seinem Dafürhalten nach am „ländlichen Gewissen“ – sprich, „dass die Leute bei uns ehrlich und anständig durchs Leben gehen wollten“. Dieses gewissenhafte Arbeiten am Menschen schätze er sehr, mache doch genau dies die Qualität in der Pflege aus – und nicht das, was man in den Computer tippe. In diesem Zusammenhang müsse man unbedingt auch die beeindruckende Verbundenheit der Bevölkerung mit der Einrichtung erwähnen. So viele Ehrenamtliche brächten sich ein – ob Musikkapellen, Chöre, Theatergruppen, die Kaffeekränzchen-Damen und viele mehr. Auch für das Fest hätten viele mitgeholfen.
Eine Verabschiedung wolle er eigentlich nicht; seien doch so viele vor ihm in Rente gegangen beziehungsweise gingen noch, die mindestens das Gleiche wie er geleistet hätten. Daher sollten entweder alle groß verabschiedet werden oder keiner. Zu seinem nahenden Abschied fand er aber auch kritische Worte. Sein Pflegeverständnis von Körper, Seele und Geist werde heute oft als konservativ betrachtet. Eigentlich sollte Pflege gestärkt und mehr wertgeschätzt werden, was aber nicht immer der Fall sei. Ein Beispiel hierfür sei das Personalbemessungsgesetz mit neu eingezogenen Hierarchiestufen. Wenn man heute den großen Pflegeberuf lerne, habe man danach zahlreiche überwachende und planerische Aufgaben und sitze fast nur am Computer. „Eigentlich wird die Pflege geschwächt und die Bürokratie und Verwaltung gestärkt“, bedauerte er. Dies widerspreche seiner Idealvorstellung.
Er gehe aber ohne Groll, sondern sei einfach zufrieden mit der Zeit, die er hier verbringen durfte und mit großem Dank im Herzen für alle, die ihn während dieser Zeit unterstützten. Sehr freute er sich, dass ab dem 1. Dezember Richard Enders, der seit vier Jahren in der Verwaltung des BRK-Heims mitarbeite, die Einrichtungsleitung übernehme und sicherlich neue Ideen einbringe. Mit ihm werde das gute Miteinander und die Atmosphäre, die das Haus auszeichneten, weitergeführt.
BRK-Kreisvorsitzender Klaus Löffler würdigte den Mut der Verantwortlichen, die vor 30 Jahren den Bau des Seniorenheims ermöglichten, allen voran BRK-Ehrenvorsitzender Heinz Köhler und Altbürgermeister Gert Bayerlein, die beide auch anwesend waren. Peter Schulz habe das Haus geprägt wie kein anderer; es nicht nur geleitet, sondern gelebt – immer getreu seinem Leitsatz „Lebensfreude für die Bewohner“, so Löffler.
In den weiteren Grußworten würdigten Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt, BRK-Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt und stellvertretender Personalrats- Vorsitzender Michael Seiler die Bedeutung des Seniorenhauses als Ort der Begegnung, Fürsorge sowie des Respekts gegenüber älteren Menschen.
Peter Schulz wurde zudem mit verschiedenen Überraschungsauftritten der Betreuungskräfte, des Teams der ersten Stunde und der Klinik-Clowns sowie liebevoll ausgesuchten Geschenken bedacht. Umrahmt wurde der Festtag vom Lauensteiner Musikverein und vom Alleinunterhalter Rainer Lohr. Der Jongleur Leinado zeigte sein Können. Für die Kinder war eine Hüpfburg aufgebaut und in einer Fotobox wurden lustige Erinnerungsbilder geschossen.