Neue Presse: Da schmeckt’s doch gleich noch mal so gut (Heike Schülein)

Neue Presse: Da schmeckt’s doch gleich noch mal so gut (Heike Schülein)
Der Hort an der Ludwigsstädter Schule wurde von 60 auf 100 Betreuungsplätze erweitert. Hierzu wurde die Küche zum modernen Bistro umgebaut.
LUDWIGSSTADT. Schön ist es geworden: In heimischen Naturmaterialien, mit hochwertiger Ausstattung und frischer Farbgebung präsentiert sich das neue Hort-Bistro an der Grundschule „Am Grünen Band“ Ludwigsstadt – nach umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen – im echten Wohlfühlambiente. Das gute Gelingen wurde am Montagnachmittag in kleiner Runde mit Verantwortlichen des zukunftsweisenden Projekts gefeiert, wobei das neue Highlight auch offiziell in Betrieb genommen bzw. an die Hauptnutzer – sprich die AWO und vor allem die Kinder, die hier ihr Mittagsessen zu sich nehmen – übergeben wurde.
„Wir wollten den Hort von 60 auf 100 Plätze erweitern und das erfordert auch eine vernünftige Infrastruktur“, erklärte Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt, den Schülern eine ansprechende und zeitgemäße Möglichkeit des gemeinsamen Mittagessens zur Verfügung stellen zu wollen. Vor dem Start des AWO-Horts im Jahre 2008 habe es Diskussionen gegeben, ob es überhaupt eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder brauche. Begonnen mit rund 15 Kindern, seien seitdem die Betreuungsquoten stetig angestiegen.
Mit den umfangreichen Maßnahmen wurde das Raumkonzept optimiert; hatten sich doch zuvor die genutzten Räume auf mehrere Etagen im Schulgebäude verteilt. Nunmehr werden nur noch Räume auf einer Etage genutzt, wofür es aus sicherheitstechnischen Gründen einer Fluchtwegtreppe bedurfte. Durch deren Anbau können nun weitere Räume der Einrichtung genutzt werden. Weiterer Teil der Gesamtmaßnahme war der Umbau der Schulküche zum Hort-Bistro. Die Hortkinder hatten zuvor in einem abgetrennten Teil der Schulküche gegessen. Die 24 Sitzplätze reichten aufgrund der angestiegenen Nutzung nicht mehr aus. Durch Reduzierung einiger nicht mehr benötigter Kochinseln wurden die Sitzplätze deutlich erhöht, sodass nunmehr jeweils 50 Kinder gleichzeitig essen und verweilen können. Die Aufenthaltsqualität wurde erheblich verbessert. Dies gilt insbesondere auch für die Raumakustik, was die Hauptverantwortliche des AWO-Kinderhorts, Swenja Rucktäschel, bestätigte: „Früher war dies hier kein schöner Ort zu Verweilen, es ging immer sehr laut und turbulent zu.“ Auch für die bestehende Back- und Koch-AG seien die Bedingungen nicht ideal gewesen.
Ingenieur Peter Kropf, der mit seinem Sohn Thomas Kropf für die Objektplanung verantwortlich zeichnete, gab einen zeitlichen Abriss der im Frühjahr dieses Jahres mit den Abbrucharbeiten gestarteten Maßnahme. Man habe sich bemüht, einheimische Materialien zu verwenden – beispielsweise bei der Abtrennung der Sitznischen mit Birkenstämmen. Auch die Arbeitsplatten im Küchenbereich aus Natur- bzw. Granitstein seien langlebig und nachhaltig. Neben dem abgetrennten Küchenbereich gibt es auch eine Kinder-Kochecke, in der diese mit ihren Betreuerinnen kochen und backen können. Im Einsatz waren zehn im Landkreis Kronach bzw. in Nachbarlandkreisen ansässige Firmen, die sehr gute Arbeit leisteten. Die Heizung und Fenster verblieben, die Garderobe steht noch aus. Insgesamt schlägt die Maßnahme mit rund 419 000 Euro zu Buche, erfreulicherweise gut 30 000 Euro unter den veranschlagten Kosten. Gefördert wird die Maßnahme aus Finanzausgleichsmitteln sowie dem Sonderprogramm Ganztagesausbau. Für die Stadt verbleibt ein Eigenanteil von rund 89 000 Euro.
„Ludwigsstadt ist tatsächlich ein Paradebeispiel“, zollte Michaela Schneider von der Fachaufsicht für Kindertagesstätten den Verantwortlichen großen Respekt, das Projekt so mutig vorangetrieben zu haben. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Gesetzgeber ab 2026 jedem Grundschulkind den Anspruch auf Ganztagsbetreuung einräume. Nachdem die Ludwigsstädter Grundschule von rund 100 Kindern besucht werde und der Hort ebenso viele Betreuungsplätze biete, erfülle die Stadt bereits jetzt diese Vorgaben. Der Dank des Bürgermeisters galt Frank Ziener für die Beantragung der Fördermittel sowie Claus Lindig und Jochen Solbrig für die Baubegleitung. Besonders dankte er den Fördermittelgebern. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, was auch das Hortkind Lina bestätigte: „Das ist wirklich sehr schön geworden!“