Neue Presse: Mehr Platz für die Loquitz (Heike Schülein)

Neue Presse: Mehr Platz für die Loquitz (Heike Schülein)
In die Abwasserbeseitigung investierte die Stadt Ludwigsstadt zuletzt viel Geld – das hat sich bereits ausgezahlt. Gleiches soll auch für ein anderes Projekt gelten. Im Wonnemonat Mai sollen die Arbeiten starten.
LUDWIGSSTADT. Wie geht es mit der Jahns-Bräu-Brache in Ludwigsstadt weiter? Darüber herrscht bei beim Ludwigsstadter Stadtrat schon mal so etwas wie einhelliges Einverständnis. So wurde inzwischen, wie bereits beschlossen, für die Teilrenaturierung der Ufermauern der Loquitz eine hydraulische Untersuchung durchgeführt. Darin wurde vom Büro Blasy-Overland der Rückbau der Ufermauern und die Sicherung der Ufer mit Wasserbausteinen und Natursteinquadern untersucht.
Auf Wunsch des Wasserwirtschaftsamtes ist zudem der Umbau des Absturzes zu einer rauen Rampe berücksichtigt. Ziel war dabei auch die Sicherung der größtmöglichen Flächenbereitstellung auf dem Jahns-Bräu-Areal für eine neue Bebauung, die nun in der Planungsvariante 2 optimiert wurde.
Nach der Modellrechnung wird das Gelände selbst bei einem 100-jährigen Hochwasser nicht überflutet. Der erforderliche Retentionsraum wird durch eine Aufweitung des Gewässers geschaffen. Im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern stehen noch rund 375 000 Euro für die Renaturierung der Loquitz zur Verfügung. Das Ingenieurbüro Dr. Pedall wird auf Basis der hydraulischen Untersuchung die Ausschreibung für die bauliche Umsetzung erarbeiten. Als Ausführungszeitraum ist Mai bis September 2025 vorgesehen. Hendrik Kampshoff von der Firma Südwasser hatte zudem in der jüngsten Statdratssitzung auf die bereits erfolgten Maßnahmen im Bereich der Abwasserbeseitigung geblickt. Zudem stellte er die angedachte Investitionsmaßnahmen für dieses Jahr vor. Die durchschnittliche Belastung der über eine Ausbaugröße von 14 000 Einwohnerwerten (EW) verfügenden Kläranlage Ludwigsstadt war demnach 2024 mit einer durchschnittlichen Belastung von rund 9000 EW etwas niedriger als 2023. Geringer war auch der Stromverbrauch von insgesamt knapp 180 000 Kilowattstunden, was einem Rückgang um circa 15 Prozent zum Vorjahr entspricht. Dies resultiere gerade auch aus den vorgenommenen Verbesserungen. 2024 wurde erneut eine Reihe an Maßnahmen umgesetzt. Hierzu zählten Pumpen-Reparaturen, die Ausrüstung des Zugangstors mit einer Fernsteuerung und einem Motor sowie der Umbau der Rücklaufschnecke. Gut voran kommt man beim Prozessleitsystem OneNeo, das heuer fertiggestellt werden soll.
In Sachen Notstrom hatte sich der Stadtrat gegen eine Installation auf der Kläranlage entschieden. Der Aufwand beziehungsweise der Betrieb wären hier sehr aufwendig, räumte der Experte ein. Der zweistündige Stromausfall an Silvester machte einen manuellen Neustart der Kläranlage erforderlich, die aber keinen Schaden davontrug. Die alle fünf Jahre vorgeschriebene Überprüfung der Durchflussmengenmessung durch einen privaten Sachverständigen ergab keine Beanstandungen. Sehr erfreulich gestaltet sich die Stromeinsparung durch die sich seit drei Jahren im Betrieb befindliche Photovoltaik-Anlage. Diese produzierte im vergangenen Jahr fast 85 000 Kilowattstunden. Davon wurden 55 Prozent als Eigenverbrauch für die Kläranlage genutzt; der Rest wurde in das Netz eingespeist.
Angesichts des aktuellen Strompreises ist die Einsparung enorm. „Diese Investition hat sich gelohnt“, freute er sich. Vorgesehen für 2025 sind für die Abwasserbeseitigung Maßnahmen von rund 52 200 Euro. Zuzüglich verschiedener Wartungen mit Schätzkosten von knapp 21 000 Euro, ergibt sich eine Gesamtsumme von knapp 73 000 Euro. Mit den vorgestellten Maßnahmen bestand Einverständnis. „Wir sind im Bereich Abwasserbeseitigung gut aufgestellt“, konstatierte 2. Bürgermeister Maximilian Heyder (CSU), der gemeinsam mit Geschäftsleiter Frank Ziener die Sitzung stellvertretend für Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) leitete. Hermann Feuerpfeil (FW) fragte, warum des Öfteren ein Sattelzug der Firma Wiegand bei der Kläranlage gestanden habe. Laut Hendrik Kampshoff wurde abgelaufener Wein entsorgt.
Der Stadtrat genehmigte im Anschluss das neue Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILREK) und dessen Umsetzung in Ludwigsstadt. Ziel ist die Bündelung der Kräfte, um gemeinsam ausgewählte Projekte und damit die ganze Region voranzubringen. Das ILREK ist Voraussetzung für die Nutzung von Fördermitteln. Insgesamt steht ein Regionalbudget von jährlich 75 000 Euro zur Unterstützung von lokalen Projekten von Vereinen, Verbänden und Gemeinden der ILE zur Verfügung.
Aus dem Stadtrat
Freibad
Im Zuge des Ersatzneubaus des Ludwigsstädter Freibads wird der stadteigene Trafo als Neubau außerhalb des Betriebsgebäudes, in Richtung Zschach, errichtet. Bisher war vorgesehen, einen Teil des Betriebsgebäudes mit dem Trafo zu belassen. Laut des Architekturbüros Rauschert kann dadurch das Betriebsgebäude etwas verkleinert und in einem Zug ohne Anschlüsse an den zu erhaltenden Bestand erstellt werden. Die Kosten für den Trafo-Neubau werden auf rund 150 000 Euro geschätzt; für die Änderungen am Betriebsgebäude auf circa 50 000 Euro. Die Abbrucharbeiten starten am 10. März.
Waldwege
Die Wege in den Waldgebieten sind nach wie vor durch die Holzabfahrten stark in Mitleidenschaft gezogen. Daher wird die in den Vorjahren beschlossene Verdoppelung der Beteiligung der Stadt für die Wegebau- und Wegeunterhaltungsmaßnahmen der Jagdgenossenschaften auch für 2025 und 2026 beibehalten. Für die Maßnahmen zahlte die Stadt 6991 Euro im Jahr 2023 sowie 5531 Euro im Jahr 2024 aus.
Windpark
In der nichtöffentlichen Stadtrats-Sitzung vom 30. Januar erfolgten insbesondere Beschlüsse zum Windpark fränkische Rennsteigregion GmbH & Co.KG, der nunmehr im Handelsregister eingetragen ist. Mit dem Abschluss des Gesellschaftsvertrags bestand ebenso Einverständnis wie mit der Ausreichung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von 163 526 Euro.
Erschließung
Zwecks Erschließung des Bauplatzes der Orlamünder Straße bevollmächtigte das Gremium den Bürgermeister, die Aufträge für die Stichstraße und für die Hausanschlüsse Wasser und Kanal zu erteilen.
Parksituation
Am 17. März wird die Bautätigkeit an der B 85 wieder aufgenommen. Sebastian Dietz (CSU) regte neue Parkplätze in der Schulstraße an, nachdem dort auf beiden Seiten geparkt werde und die Patienten der Praxis mittlerweile im Straßengraben ausstiegen. Die Situation wird auch bei der Bauausschusssitzung am 13. März in Augenschein genommen.